Die Veranstaltungen werden weiterhin Themen zur Geschichte, Kultur und Politik des Landesteils Schleswig und Nordschleswig, also aus dem Bereich des ehemaligen Herzogtums Schleswig, grenzüberschreitend behandeln. Leider kann die Zusammenarbeit mit dem Deutschen Archiv Nordschleswig und dem Deutschen Museum Nordschleswig aus organisatorischen Gründen nicht fortgesetzt werden, so dass die Vorträge nur noch in Flensburg stattfinden.

Die Veranstaltungen finden im Vortragssaal der Stadtbücherei, Flensburg-Galerie statt.

Sie beginnen um 19.00 Uhr.

 

Montag 14.02.22

Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg. Ein Herzogshaus und sein Schloss durch die Jahrhunderte

Claudius Loose, Glücksburg

„Gott gebe Glück mit Frieden“ – dies ist der namensgebende Wahlspruch des Hauses Glücksburg, der auf Herzog Johann den Jüngeren (1545–1622), Erbauer des Schlosses Glücksburg, zurückgeht. Seither steht das markante Wasserschloss unweit der Flensburger Förde für eine über 400-jährige Geschichte, die Spuren in ganz Europa hinterlassen hat. Noch heute sind zahlreiche europäische Königshäuser mit der Dynastie der Glücksburger verwandt. Der Vortrag gewährt einen umfassenden Einblick in die Geschichte der Familie und des Schlosses samt seines Inventars.

 

Montag 21.03.22

Geduldet – entrechtet – ausgelöscht. Aus der Geschichte der jüdischen Minderheit in Flensburg

Bernd Philipsen, Flensburg

Im Vergleich zu anderen Regionen auf dem Gebiet des heutigen Deutschlands konstituierte sich in Flensburg erst spät eine kleine jüdische Gemeinschaft. Dennoch behauptete sie sich über anderthalb Jahrhunderte in der Fördestadt, musste aber stets um Akzeptanz ringen. Ende des 19. Jahrhunderts tauchten erste antisemitische Pamphlete auf. Zusätzlich angeheizt wurde diese Stimmung in den folgenden Jahrzehnten von Friedrich Andersen, Pastor an der St. Johannis-Kirche und Publizist antijüdischer Hetzschriften. Er gehörte zu den Wegbereitern des Nationalsozialismus in der Stadt. Der 1933 beginnende Ausgrenzungs- und Entrechtungsprozess des NS-Staates führte zur Auslöschung der jüdischen Gemeinschaft in Flensburg. Wer sich nicht rechtzeitig retten konnte, geriet in die unbarmherzige Mordmaschinerie. Die Liste der Flensburger Holocaust-Opfer umfasst die Namen von 43 Frauen, Männern und Kindern.