Die Veranstaltungen werden weiterhin Themen zur Geschichte, Kultur und Politik des Landesteils Schleswig und Nordschleswig, also aus dem Bereich des ehemaligen Herzogtums Schleswig, grenzüberschreitend behandeln. Leider kann die Zusammenarbeit mit dem Deutschen Archiv Nordschleswig und dem Deutschen Museum Nordschleswig aus organisatorischen Gründen nicht fortgesetzt werden, so dass die Vorträge nur noch in Flensburg im Vortragssaal der Stadtbücherei, Flensburg-Galerie stattfinden.
Die Veranstaltungen beginnen um 19.00 Uhr (eine halbe Stunde früher als bisher)

Montag
01.11.21

100 Jahre Deutscher Grenzverein. Vom Bollwerk gegen das »Dänentum« zum Brückenbauer im Grenzgebiet 
Dr. Martin Rackwitz, Kiel

Flensburg, Vortragssaal der Stadtbücherei, Flensburg-Galerie
Im Januar 1919 wurde in Sonderburg der Wohlfahrts- und Schulverein für Nordschleswig gegründet, um nach der Volksabstimmung und Abtretung Nordschleswigs 1920 an Dänemark die deutsche Minderheit kulturell zu unterstützen. Er verstand sich als „Bollwerk gegen das Dänentum“ und betrieb Heimvolkshochschulen und baute ein vorbildliches Büchereiwesen im ländlichen Schleswig auf. Nach dem Zweiten Weltkrieg führte der Deutsche Grenzverein die Bildungsstätten und Büchereien fort. Allerdings änderte der Deutsche Grenzverein nach 1955 sein Selbstverständnis und entwickelte sich in den folgenden Jahrzehnten zu einem wichtigen Brückenbauer zwischen Deutschen und Dänen. Martin Rackwitz schildert die Geschichte des Grenzvereins und den Wandel seines Selbstverständnisses vor dem Hintergrund der deutsch-dänischen Beziehungen der vergangenen 100 Jahre. 


Montag
29.11.21

Kolonialerbe regional - Der Kolonialismus vor unserer Haustür
Marco L. Petersen, Flensburg
Flensburg, Vortragssaal der Stadtbücherei, Flensburg-Galerie

Seit einigen Jahren richtet sich der Blick der Wissenschaftler auf koloniale Bezüge auch in unserer Region. Dabei geht man nicht nur der Frage nach, inwieweit man in Flensburg, Apenrade oder Nordfriesland an diesem System partizipierte, sondern auch wie der Kolonialismus die Region prägte und hier seine Spuren hinterlassen hat.
Der Historiker Marco L. Petersen hat mögliche Antworten auf diese Fragen gefunden und in einem Buch zusammengefasst. Der Vortrag richtet sich an alle Interessierten, auch ohne Vorkenntnisse, und soll gerne als Anlass dienen im Anschluss darüber zu diskutieren.