Die Abendvorträge finden im Vortragssaal der Stadtbibliothek Flensburg, Süderhofenden 40, statt. Sie beginnen um 19.00 Uhr.

 

Donnerstag 24.10.2019

In Zusammenarbeit mit der SH-Universitätsgesellschaft Kiel

150 Jahre Vererbungsgesetze: Gregor Mendel und seine Bedeutung für die Wissenschaft

Prof. Dr. Christian Jung, Uni Kiel
Bis Ende des 19. Jahrhunderts gab es nur rudimentäre Kenntnisse über die Gesetzmäßigkeiten der Vererbung. Es war ein in der wissenschaftlichen Gemeinde bis dahin unbekannter Augustinermönch aus dem Kloster Brünn, der in den 1860er Jahren schon systematische Versuche zur Vererbung von Eigenschaften der Erbsen durchführte. Damit fand er die Gesetzmäßigkeiten der Vererbung, die für alle höheren Lebewesen mit einem Zellkern gültig sind. Der Vortrag behandelt Gregor Mendels Leben und wissenschaftliches Werk. Weiterhin wird die Entwicklung der Genetik nach 1900 dargestellt. Schließlich wird die Frage erörtert, warum das Wissen über Genetik in weiten Teilen der Bevölkerung erschreckend gering ist und welche Auswirkungen dies auf die zukünftige Forschung und Anwendung genetischen Wissens hat.

Donerstag 21.11.2019

In Zusammenarbeit mit der SH-Universitätsgesellschaft Kiel

Weltraumfahrt ist wie Autofahren – nur ganz anders

Prof. Dr. Wolfgang Duschl, Uni Kiel
Schwerelosigkeit ist ein allseits bekanntes Phänomen im Weltraum. Aber das ist nur eine von zahlreichen auf den ersten Blick überraschenden Eigenschaften der Weltraumfahrt. Vieles was wir aus der Fortbewegung im Alltag kennen, gilt nicht im Weltraum. So einfach mal abzubiegen, zu bremsen oder zu beschleunigen ist gar nicht möglich oder hat ganz andere Folgen als man erwartet. In dem Vortrag sollen einige dieser überraschenden Phänomene vorgestellt und allgemeinverständlich begründet werden. 

Donnerstag 28.11.2019

Die musikalische Dreifaltigkeit Tschechiens: Dvorak, Smetana, Janacek

Dr. Theo Saye, musikalischer Leiter des Hochschulorchesters, Europa-Universität Flensburg
Alle kennen Antonin Dvorak und Bedrich Smetana, beide böhmische Komponisten von Weltruhm. Sie werden oft miteinander verwechselt. Manche glauben, Smetana habe die Symphonie „Aus der neuen Welt“ geschrieben, andere glauben, Dvorak habe die komische Oper DIE VERKAUFTE BRAUT komponiert. Wer aber die Oper JENUFA (1904) kennt, der weiß, dass der Verfasser kein anderer als der aus Mähren stammende und weit weniger bekannte Leos Janacek war. Dvorak war zwar erzkatholisch, schrieb aber eine Hussitenouvertüre. Obwohl Smetana gläubig war, war seine Familie die einzige im Dorf, die nicht in die Kirche ging. Janacek schrieb eine grandiose katholische Messe in altkirchenslawisch und war selbst Atheist. Was die drei Meister geeinigt hat, war die Vaterlandsliebe, die in diesem Fall gleich revolutionsangehaucht sein musste, da das heutige Tschechien einen Bestandteil der Österreichisch-Ungarischen Monarchie bildete. Anhand musikalischer Beispiele und weitgehend belegter Anekdoten wird verglichen und gehuldigt, aber auch sanft in vielleicht Unbekanntes eingeführt. 

Donnerstag 05.12.2019 

In Zusammenarbeit mit der SH-Universitätsgesellschaft Kiel

Die Entwicklung der Natur- und Kulturlandschaften Schleswig-Holsteins

Dr. Hans-Rudolf Bork, Uni Kiel
Vielfältige Landschaften prägen Schleswig-Holstein: vom gezeitengeprägten Watt und den eingedeichten Marschen der Nordseeküste über die Hügel der Hohen Geest und die dünenreiche Niedere Geest bis zum östlichen Hügelland und der reizvollen Ostseeküste. Die Oberflächenformen und die Lockergesteine dieser faszinierenden Landschaften wurden hauptsächlich in den beiden letzten Kaltzeiten gebildet. Jedoch haben Menschen in der Nacheiszeit die Entwicklung schleswigholsteinischer Landschaften stark bestimmt. Der Vortragende zeigt beispielhaft (Watt vor Pellworm, Hohe Geest bei Albersdorf, Niedere Geest bei Joldelund bis Haithabu) diese von der Nutzung beeinflussten gravierenden Landschaftsveränderungen auf.